Vielfalt der Kohleproteste: Gewalt gegen Aktivist*innen nimmt zu

Erkelenz, 18.08.2015 Am Montag ging das diesjährige Klimacamp im Rheinland zu Ende, welches in Lützerath nahe dem Braunkohletagebau Garzweiler stattfand. Während auf ein erfolgreiches Klimacamp mit weit mehr als den erwarteten 1000 Teilnehmenden zurückgeblickt werden kann gehen die Kohleproteste jedoch weiter: nicht nur ist durch das Bündnis „Ende Gelände“ am Samstag der Tagebaubetrieb in Garzweiler von 1500 Aktivist*innen zum erliegen gebracht worden, sondern seitdem wird auch der Tagebau Hambach wieder zum Ziel der Proteste.
Mit verschiedenen Aktionen machen Aktivist*innen darauf aufmerksam, dass der Abbau und die Verstromung von Braunkohle einen immensen Schaden für Umwelt, Klima und Mensch bedeutet, der so nicht hinzunehmen ist. Am Sonntag wurde in Hambach ein Bagger besetzt, seit der Nacht auf Montag wurden verschiedene Abschnitte der Hambachbahn besetzt. Diese Aktionen werden von Kleingruppen durchgeführt, deren Beteiligte oft seit langem und dauerhaft aktiv in den Protesten gegen die Braunkohle sind.
„Dass verschiedene Journalist*innen während Ende Gelände Platzverweise bekommen haben, teils sogar von unverhältnismäßig reagierender Polizei mit Kabelbindern gefesselt oder mit Pfefferspray angegriffen worden sind, ist natürlich nicht in Ordnung. Aber die extremen Repressionen, die Gewalt, die den Aktivist*innen aus dem Umfeld des besetzten Hambacher Forstes bei so gut wie jeder Aktion widerfährt, findet kaum Erwähnung.“, so Pia Starke vom Presseteam des Klimacamps. Bezug genommen wird hierbei auch auf eine Solidaritätsdemonstration für einen seit nunmehr vier Wochen im Hungerstreik befindlichen gefangenen Anti-Kohle-Aktivisten, die vergangene Woche vollständig von der Polizei in Gewahrsam genommen wurde.
„Der Umgang mit Aktivist*innen, die sich gegen die Braunkohle einsetzen, ist in letzter Zeit zunehmend härter geworden. Ob die Polizei oder RWE-Security-Mitarbeitende, immer häufiger sind sie es, die unverhältnismäßig gewalttätig durchgreifen. Bewusste Falschdarstellungen tragen noch dazu bei, den Rückhalt der Aktivist*innen zu schwächen. Aber egal, welche Formen des Protests man legitim findet: davor, dass hier in zunehmendem Maße Gewalt gegen Menschen ausgeübt wird, die sich mit ihrem Leben für etwas einsetzen, woran sie glauben, sollte niemand die Augen verschließen.“
Abschließend merkt Starke an: „Es gibt verschiedene Arten des Protests. Und wenn diese keine Gewalt zum Ziel haben, ihnen aber mit Gewalt begegnet wird, dann haben sie die volle Unterstützung aller verdient, denen die Umwelt und das Klima am Herzen liegen.“

… was ansteht …

Die nächsten Tage und Wochen wird viel passieren: im Rheinland und auch in anderen Bewegungen. Vermutlich wird nicht viel Zeit sein, diese Homepage zu betreuen, also hier ein paar Schmanker’l für euch schon jetzt:

Gerade findet im französischen Bure das Antikapitalistische Camp statt – es wird noch bis zum 10. gehen. Das lohnt sich sicher!

Morgen also am 05.08. startet das Klimacamp in der Lausitz – ein weiterer Ort des Widerstandes gegen fossile Energien, Filz und Klimawandel! Euch viel Erfolg beim Camp und dem Aktionstag!

Ebenfalls jetzt wird schon kräftig am Aufbau des Klimacamps im Rheinland gewerkelt, welches vom 07. bis zum 17.08. geht – alle wichtigen Infos zu Ort, Programm, Aktionen und und und findet ihr auf klimacamp-im-rheinland.de! Wir sehen uns in Lützerath!

Am  findet die Aktion von Lebenslaute statt – ähnlich wie andere Aktionen (z.B. Ende Gelände) möchte sie die Kohlebagger stoppen … nicht jedoch im Garzweiler sondern im Hambacher Tagebau. Wir wünschen gutes GELINGEN und ein schönes Konzert!

Und was gibt es noch? Klar: die Campsaison ist noch lange nicht vorbei!! Ende August findet das Earth First Gathering in UK statt und danach gibts im September auch noch ein Klimacamp in der Schweiz. Alle Camps im Überblick (auch die schon vergangenen) könnt ihr hier einsehen.

Teilräumung im Hambacher Forst

Seit etwa 09:00 Uhr des heutigen Morgends (Mittwoch, 15.07.) sind Polizist*innen und Räumungsfahrzeuge im Wald und beginnen dort sowohl Barrikaden als auch einen durch eine Person besetzten Turm zu räumen.

Verfolgt den Ticker unter hambacherforst.blogssport.de

Seid solidarisch – kommt in den Wald; verbreitet die Nachricht, unterstützt mit Material!

Hambacher Forst Bleibt!

Regionaltreffen Ende-Gelände der IL in Köln

Wir haben Lust mit euch gemeinsam in diesen Tagen aktiv zu werden. Denn Klimawandel ist und bleibt Handarbeit. Wir vertrauen weder auf die Klimagipfel der Regierenden, noch auf die angekündigte (und wieder zurückgenommene) “Energiewende” der Bundesregierung. Unser Wandel beginnt gemeinsam auf der Straße, macht kreative und freche Aktionen, und macht letztlich immer auch eines deutlich: mit Kapitalismus wird es kein Ende der Klimakatastrophe geben!

Um uns lokal auf die Aktionstage vorzubereiten, laden wir euch herzlich zum nächsten Regionaltreffen von “Ende Gelände” ein.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 30.07., 19 Uhr, im Autonomen Zentrum in Köln.

Hier findet ihr das AZ: http://az-koeln.org/kontakt/

In Köln macht die IL übrigens u.a. gemeinsam mit der ISL (http://www.islinke.de/) eine Veranstaltungsreihe zum Thema Soziale Kämpfe&Klima:

http://il-koeln.org/soziale-kaempfe-und-klima/

 

Kunst und Kulturfestival im Hambacher Forst

Seit gestern und noch bis zum 26. Juli 2015 findet auf der Wiesenbesetzung gegen den Braunkohleabbau am Hambacher Forst ein bunter und kreativer Protest statt.

Wenn du Lust auf Kreatives wie Malen, Musik, Clownerei, Hütten- und BarrikadenbHFBKunstundKulturfestival2015FlyerA6Vorderseite_webau, Gemeinschaftsgarten, selbstorganisierte Performances, Yoga, Zirkus oder anderen künstlerischen Austausch hast, dann bist du hier richtig.
In der Woche gibt es die Möglichkeit, Workshops anzubieten, daran teilzunehmen, an eigenen Projekt zu arbeiten und eine schöne gemeinsame Zeit zu verbringen. Am Wochenende, vom 25. bis 26. Juli wollen wir mit Show, Musik, Performances und Party feiern.

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