Bakary Traoré nach Festnahme doch noch bei Konferenz

Am Wochenende vom 10. bis zum 12.04. hat in Köln die internationale Kampf ums Klima Konferenz stattgefunden. Neben der Rosa Luxemburg Stiftung, attac und anderen, war auch ausgeCO2hlt Mitveranstalterin der Tagung. Mehr als 350 Teilnehmer*innen tauschten sich zu vier thematischen Hauptsträngen aus: Klimagerechtigkeit, Extraktivismus, Energiedemokratie und Bewegung. Auch der Bauerngewerkschafter und Aktivist von afrique-europe-interact, Bakary Traoré aus Mali war zu Gast um über die Zusammenhänge von Klimawandel und kleinbäuerlicher Landwirtschaft in Westafrika zu referieren. Dass er an der Konferenz teilnehmen konnte war wenige Stunden zuvor noch nicht sicher, denn kurz vor seinem Abflug wurde der Präsident der COPON (Coordination des Paysans à’Office du Niger) in Bamako/Mali von der Gendarmerie festgenommen und in einen 270 km weit entfernten Ort gebracht.

Lest hier Details zur Verhaftung und seiner Freilassung:

http://www.ausgeco2hlt.de/wp-content/uploads/2015/04/background-Bakary.pdf

Es war ein großer Gewinn, Bakary auf der Tagung begrüßen zu dürfen und seine Sicht und Erfahrungen mit den bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels zu erfahren. Solidarisch stehen wir neben ihm im Kampf gegen Landgrabbing und dem Ausverkauf von Lebensgrundlagen weltweit!

Mehr Informationen zum Landgrabbing in Mali und der Arbeit von afrique-europe-interact sind im Internet zu finden, u.a. unter: http://afrique-europe-interact.net/

Hambacher Kohlebahn besetzt

Seit heute morgen, Dienstag, 4 Uhr, blockieren erneut Menschen, mittels eines Tripods (mehrere Meter hohes Dreibein, auf dem ein_e Aktivist_in sitzt), die Gleise der Hambachbahn. Nach der Baggerbesetzung im Tagebau Inden vor wenigen Wochen ist dies bereits die zweite Aktion innerhalb kürzester Zeit, die Teile von RWEs Braunkohlemaschinerie zum erliegen bringt.

Auf hambacherforst.blogsport.de könnt ihr den Ticker verfolgen.

Verbreitet die Nachricht weiter und zeigt eure Solidarität!

3 Jahre Waldbesetzung …

… und ausgeCO2hlt gratuliert von ganzem Herzen!!

Anlässlich dieses großen Tages findet in alter Tradition an diesem Wochenende auch ein Waldfest im Hambacher Forst und auf der Wiese statt. Es erwarten euch viele tolle Menschen, gute Musik, hoffentlich strahlender Sonnenschein und jede Menge mehr. Kommt zahlreich und macht klar: Hambacher Forst Bleibt … und das für IMMER!

Mehr Infos HIER.

Und damit nicht genug: Im Anschluss gehts gleich weiter mit dem einwöchigen Skill Sharing Camp. Bis zum 12.04. kann jede Person ihre Erfahrungen mit- und einbringen und mit vielen neuen Eindrücken wieder nach Hause fahren oder einfach bleiben!

Mehr Infos HIER.

Aktionskonferenz “Kampf ums Klima”

Vom 10.-12.April 2015 findet in der Universität Köln die Internationale Klima-Aktionskonferenz “Kampf ums Klima”

“Um die von der Wissenschaft gesetzten Ziele (der Treibhausgasreduktion) zu erreichen, müssen einige der gewinnträchtigsten Konzerne des Planeten gezwungen werden, auf künftige Erträge in Billionenhöhe zu verzichten und den Großteil der nachgewiesenen fossilen Brennstoffe im Boden lassen.” – Naomi Klein, „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima.”

Dieses von der kanadischen Autorin der globalisierungskritischen Bewegung formulierte Ziel ist keine Maximalforderung. Es ist das Minimalziel, an dem kein Weg vorbeiführt, wenn ein Leben in Würde für alle Menschen auf diesem Planeten weiterhin realisierbar bleiben soll. Dabei drängt sich die Frage auf, wie dieses ambitionierte Minimalziel zu erreichen ist. Genau darum geht es beider Aktionskonferenz. Wir beraten über die für den Sommer geplanten großen Aktionen des zivilen Ungehorsam im rheinischen Braunkohlerevier, die Menschenkette im April, die Rolle des UN-Klimagipfels Ende des Jahres in Paris und die Proteste aus diesem Anlass.

Wir informieren über die neuen Versuche der großen Energiekonzerne, erneuerbare Energien zu sabotieren, die Pläne der EU für eine Energieunion, die anstehende Leitentscheidung Braunkohle in NRW und wie die Konzerne die Kosten des Rückbaus der Atomkraftwerke auf die Öffentlichkeit abwälzen.

Der aktuelle Klimawandel ist von Menschen gemacht und Teil einer umfassenden Umweltkrise. Es liegt an uns, das Ruder herumzureißen.

Nötig ist eine grundlegende soziale und ökonomische Transformation. Deshalb diskutieren wir Alternativen zum kapitalistisch-fossilistischen Zustand: Klimagerechtigkeit, Energiedemokratie, Ernährungssouveränität, Degrowth und Ökosozialismus, gemeinsam mit TeilnehmerInnen aus Mali, Bangladesch, Bolivien, den Philippinen, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und der Bundesrepublik.

Hier geht’s zur Homepage & zum Programm
www.kampfumsklima.org

Statement zu Blockupy – “You don’t set fire to cars, you are setting the world on Fire”

“You don’t set fire to cars, you are setting the world on fire”– Naomi Klein

In den Tagen nach den Blockupy-Protesten gegen die Eröffnung der neuen EZB-Zentrale überbieten sich Politiker*innen und Medien in ihrem Entsetzen über brennende Polizeiautos in Frankfurt. Als Aktivist*innen aus den Klima- und Umweltbewegungen möchten wir dieses Bild zurecht rücken.

Diejenigen von uns, die in Frankfurt auf der Straße waren, haben etwas anderes erlebt, als das Schreckensbild von Bürgerkrieg, das jetzt durch die Öffentlichkeit geistert. Ja, es gab tatsächlich auch unverantwortliche Aktionen. Vor allem aber war ein Aufbruch der Hoffnung einer neuen europaweiten Bewegung von unten in Frankfurt spürbar. Mit entschlossenem Widerstand in all seinen unterschiedlichen Formen, wie wir ihn von Castor- Protesten oder der globalisierungskritischen Bewegung kennen. Und vor allem einer bunten und vielfältigen Demonstration mit weit über 20.000 Menschen, die an einem Mittwoch Nachmittag die Straßen füllten mit einer anderen Geschichte, als wir sie sonst zu hören bekommen: Menschen aus Italien, Griechenland, Spanien und vielen anderen Ländern, die Zeugnis ablegten über den Angriff auf die Armen und das Vernichten der Demokratie durch die Austeritätsherrschaft der Troika. Seite an Seite mit Menschen aus Deutschland, die klarstellten, dass es hier nicht um einen Konflikt zwischen Nationen geht, sondern zwischen Oben und Unten. In diesem Aufbruch sind die unterschiedlichsten Kämpfe zusammen gekommen: Kämpfe für Flüchtlingsrechte und Bewegungsfreiheit, feministische Kämpfe ebenso wie streikende Amazon-Beschäftigte und nicht zuletzt die Kämpfe gegen die Verantwortlichen der Klimakatastrophe.

Der Satz von Naomi Klein, der bei der Großdemonstration wie kaum ein anderer von Alt und Jung auf dem Römer mit Applaus beantwortet wurde, fasst zusammen, was wir der Medien-Hysterie entgegen halten: „EZB: Ihr seid die wahren Randalierer. Ihr zündet keine Autos an, ihr setzt die Welt in Brand“.

Für uns als Klimabewegte ist die Zuspitzung der Auseinandersetzung nicht verwunderlich, sondern ein Ergebnis jahrzehntelangen politischen Leugnens. Klimawandel bedeutet, dass sich die Auseinandersetzungen um schwindende Ressourcen und Lebensgrundlagen, also um die Möglichkeit eines guten Lebens für alle, weltweit verschärfen. Der Klimawandel ist keine Katastrophe, die erst auf die nächste Generation wartet. Er findet bereits statt: Ob mit verschärften Zyklonen in Vanuatu oder sich ausbreitenden Wüsten und Trockengebieten bis hinein nach Südeuropa.

Naomi Klein hat zusammengefasst, dass es genau der gleiche neoliberale Marktradikalismus ist, der unter dem Stichwort Austerität Hunderttausende in Europa ins Elend stürzt und der verantwortlich ist für die Klimakatastrophe. Während in Deutschland weiter auf Kohle gesetzt wird, obwohl alle wissen, dass wir sie sofort im Boden lassen müssen, wird in den Kürzungsprogrammen für Südeuropa die Förderung Erneuerbarer Energien gestrichen und das Wenige privatisiert und verramscht, mit dem die Gesellschaften noch Einfluss auf diesen Wahnsinn nehmen könnten.

Wir halten fest: Die militanten Aktionen in Frankfurt sind im Verhältnis zu sehen zu den Verheerungen die Kapitalismus und Klimawandel in der Welt anrichten. Blicken wir der Realität ins Auge, kämpfen wir für ein gutes Leben für alle!

 

Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen
Redaktion anti atom aktuell
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Wiesbaden
ausgeCO2hlt
atomkraftENDE.darmstadt
Tadzio Müller, Klimaaktivist
Bettina Pech, bi atomausstieg-groß-gerau
DIE LINKE Wilhelmsburg/Veddel
internationale sozialistische linke (isl)
Interventionistische Linke (iL)
FelS – Für eine linke Strömung/iL
TransAct
Café 2Grad Frankfurt