Veranstaltungsreihe in Köln mit internationalen Aktivist*innen

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Die ZAD verteidigen

Wann: Dienstag 30.05.2017, 20:00

Wo: Autonomes zentrum, Luxemburger Str. 93, 50939 Köln


Standing with Standing Rock – Widerstand gegen die North Dakota Access Pipeline

Wann: Samstag: 03.06.2017 – 18:00

Wo: Alte Feuerwache (Großes Forum), Melchiorstr. 3, 50670 Köln


Paremos la mina! Besser leben ohne Kohle – Gegen die Cerrejon-Mine in Kolumbien

Wann: Montag 03.07.2017, 20:00

Wo: Naturfreundehaus Köln Kalk, Kapellenstraße 9A, 51103 Köln


Beyond the Red Lines – Filmvorführung

Wann: Mittwoch 12.07.2017, 20:30

Wo: Filmpalette, Lübecker Str. 15, 50668 Köln


Auf geht‘s, Ab geht‘s, ENDE GELÄNDE 2017! -*Infovorträge*

I. Do. 20.07. 19:30; HS XVIII, Uni Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

II. Mi. 02.08. 19:00; Allerweltshaus, Körnerstr. 77, 50823 Köln

 




 

Die ZAD verteidigen!

Wann: Dienstag 30.05.2017, 20:00

Wo: Autonomes Zentrum, Luxemburger Str. 93, 50939 Köln

Seit über 50 Jahren leisten Landwirt*innen und Anwohner*innen Widerstand gegen den Bau eines neuen Flughafens für die französische Stadt Nantes (die bereits über einen eigenen Flughafen verfügt). In den Feldern, Wäldern und Feuchtgebieten, die der Großkonzen Vinci mit Zement überziehen will, gedeiht nun ein Experiment der Neuerfindung eines widerständigen Alltags. Aktivist*innen aus aller Welt, lokale Landwirt*innen und Anwohner*innen, Bürgerinitiativen, Gewerkschaftler*innen, Umweltschützer*innen, Geflüchtete und Untergetauchte, Besetzer*innen, Umweltaktivist*innen und viele andere haben sich organisiert, um 1.600 ha Land gegen den Flughafen und seine Welt zu verteidigen. Politiker*innen nennen diesen Ort ein für die französische Republik „verlorenes Territorium”. Jene, die sich dort niedergelassen haben, nennen es die ZAD (zone a défendre) – zu verteidigende Zone. Im Herbst 2012 haben tausende Polizeibeamt*innen versucht, die Zone zu räumen. Sie wurden aber von einem entschlossenen und diversen Widerstand daran gehindert. Dieses Ereignis hatte seinen Höhepunkt in einer 40.000 Menschen starken Demonstration auf dem Gelände, die einiges, was vom französischen Staat zerstört worden war, direkt wieder aufbaute. Weniger als eine Woche später war die Polizei dazu gezwungen, ihre “Operation Cäsar” abzubrechen.

In den letzten drei Jahren war die ZAD ein außergewöhnliches Experimentierfeld für neue Lebensweisen. Trotz ihrer Diversität hat es die Bewegung geschafft, eine gemeinsame Linie zu erarbeiten, um Selbstverwaltung und Landwirtschaft auf dem Territorium ohne einen Flughafen radikal zu überdenken. Die ZAD basiert auf der Schaffung von Gemeinschaftsgütern, Nutzung statt Privatbesitz und der Forderung, dass jene, die für das Territorium kämpfen, auch darüber entscheiden, wie es genutzt wird.

Die Zukunft der ZAD muss immer noch erkämpft werden – Letzten Herbst sollte die gesamte Zone geräumt werden, um den absurden Flughafenbau zu beginnen. Am 8. Oktober 2016 hatten sich Zehntausende versammelt, um die Entschlossenheit der Bewegung zu demonstrieren. In Anerkennung des Kampfes der Landwirt*innen in den letzten Jahrzehnten brachten tausende Demonstrierende Holzstäbe mit, die sie in der Zone zurückließen als Zeichen eines kollektiven Versprechens. Sie werden zurückkommen und sie aus dem Boden ziehen, um die ZAD zu verteidigen, sobald dies nötig sein wird. Nach einigen spannungsreichen Monaten gab die Regierung den Räumungsplan für diese Saison auf. Die neugewählte Regierung könnte die Zone jedoch in den kommenden Monaten wieder in Räumungsgefahr versetzen.

Let’s share – Wir sind zwei Bewohner der ZAD, die für einige Infoveranstaltungen vom 29. Mai bis zum 5. Juni durch Deutschland reisen werden. Auf unserer Reise wollen wir uns mit Menschen und Netzwerken austauschen und über Möglichkeiten sprechen, kapitalistische Projekte zu vereiteln und permanente autonome Zonen aufzubauen. Wir wollen mit euch Erfahrungen teilen und euch Informationen geben, wie ihr mit der ZAD solidarisch sein könnt, falls eine neue Attacke bevorsteht.

Standing with Standing Rock – Widerstand gegen die North Dakota Access Pipeline

Wann: Samstag: 03.06.2017 – 18:00

Wo: Alte Feuerwache (Großes Forum), Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Seit Anfang 2016 gibt es Widerstand gegen die North Dakota Access Pipeline, ein 1100 Meilen langes, 3,8 Milliarden schweres Projekt verschiedenster Investoren aus der ganzen Welt. Sie soll Öl von North Dakota nach Illinois leiten. Unter anderem auch durch das Standing Rock Indian Reservat. Seitdem leisten indigene Aktivist*innen und solidarische Gruppen Widerstand gegen die Firma Energy Transfers Partners, das Militär und die Polizei. Die lokalen Lakota-Gemeinden wollen besonders ihr Trinkwasser verteidigen; eine essentielle Lebensgrundlage, die sich durch den Pipelinebau gefährdet sehen. Hier zeigt sich exemplarisch wie die Klimaproblematik Kämpfe für indigene Rechte, ökologische Lebensgrundlagen und politische Selbstbestimmung zusammenführen kann. Mit der internationaler Ausstrahlungskraft wurde Standing Rock eine Inspirationsquelle für verschiedenste sozial-ökologische Kämpfe. Trotz der starken Vernetzung mit anderen Bewegungen und der enormen Solidarität in den USA und der ganzen Welt, wurde die brutale Repression bis zur Räumung des Protestcamps Ende Februar 2017 fortgesetzt. Präsident Trump, der selbst Aktien an der Baufirma hält, hatte die Weiterführung des Pipelinebaus beschlossen. Doch der Widerstand geht weiter und verhindert bis heute die Fertigstellung des Projekts.

Zu Gast sind:

  • Wašté Win Young: Umwelt- und Graswurzel-Aktivistin, sowie Mutter aus einer Lakota Gemeinde. Sie träumt von einer besseren Welt für ihre Familie und ihre Gemeinde.

  • Nataanii Means: Lakota-Aktivist und Hip Hop Künstler, der sich in US-weiten Kampagnen engagiert und bis zur Räumung im Protestcamp Oceti Sakowin aktiv war. Durch seine gesellschaftskritische Musik versucht er besonders indigene Jugendliche zu politisieren.

  • Rachel Heaton: Muckleshoot-Aktivistin aus Washington-State, die Standing Rock mit lokalen Bewegungen gegen Großprojekte im Raum Seattle vernetzt hat und dazu beitrug, dass die Stadt Seattle ihr Investment in der North Dakota Access Pipeline zurückgezogen hat.

  • Rafael Gonzales aka. Tufawon lebte für sieben Monate im Protestcamp Oceti Sakowin und versucht mit seiner Rapmusik soziales und ökologisches Bewusstsein bei Jugendlichen zu schaffen

Anschließend Hip Hop Konzert im AZ…..

Paremos la mina! Besser leben ohne Kohle

Wann: Montag 03.07.2017, 20:00

Wo: Naturfreundehaus Köln Kalk, Kapellenstraße 9A, 51103 Köln

Im Nordosten Kolumbiens in der Region Guajira leistet die indigene und afrokolumbianische Bevölkerung Widerstand gegen den größten Kohletagebau Lateinamerikas, die Cerrejon-Mine. Seit über 30 Jahren wird dort Kohle abgebaut mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt. Massive Vertreibung der Bevölkerung und der kleinbäuerlichen Land-und Viehwirtschaft, schwerwiegende Gesundheitsprobleme, Wasserknappheit und Luftverschmutzung sowie die umfassende Militarisierung der Region und Repression gegen Aktivist_innen sind das Panorama der Folgen des Bergbau. Der Widerstand der lokalen Bevölkerung ist aber auch breit aufgestellt: Lokale Gemeinschaften kämpfen seit Jahren für einen Verbleib auf ihrem angestammten Land, den Zugang zu Wasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur und gegen eine Vertreibung und erzwungene Umsiedlung. Derzeit geht es akut um den Kampf gegen die weitere Ausweitung der Miene und die Umleitung des Flusses Arroyo Bruno, aber auch für würdevolle Lebensbedingungen in den bereits umgesiedelten Gemeinden. Deutschland und seine großen Energiekonzerne sind unter den wichtigsten Importeuren kolumbianischer Kohle und damit direkt für die Menschenrechtsverletzungen gegenüber der lokalen Bevölkerung mitverantwortlich. Im Zuge der Energiewende wird in Deutschland verstärkt der Atomausstieg forciert und auf Kohleverstromung gesetzt. Gleichzeitig ist Deutschland aber auch Produzent von Kohle, wie zum Beispiel in der Lausitz und im Rheinland. Gegen das fossile Energiemodell und den Kohleabbau regt sich jedoch auch hierzulande breiter Wiederstand: Unter dem Slogan „System change, not climate change“ setzen sich einige Aktionsbündnisse zunehmend für die Verbindung von Widerstand gegen kapitalistischer Ausbeutungssysteme, Klimawandel und Fluchtursachen aus dem globalen Süden und die Öffentlichkeits- und solidarische Protestarbeit für Ressourcen-Kämpfe im globalen Norden ein. Auf der Rundreise wollen wir widerständige Gruppen, Organisationen und Bewegungen aus Kolumbien und Europa miteinander vernetzen, in Austausch bringen und gemeinsame Aktionen planen. Gemeinsam mit Jakeline Romero (Fuerza de mujeres wayúu), Catalina Galvis (Censat Agua Viva) und Samuel Arregoces (Bündnis der durch Kohlebergbau Vertriebenen) aus Kolumbien wollen wir Öffentlichkeit schaffen für die Folgen des Kohlebergbaus und gegen den fossilen Kapitalismus und die G20 mobilisieren.

Beyond the red lines – Filmvorführung

Wann: Mittwoch 12.07.2017, 20:30

Wo: Filmpalette, Lübecker Str. 15, 50668 Köln

Ob im rheinischen Braunkohlegebiet, am Hafen von Amsterdam oder auf den Straßen von Paris während des Weltklimagipfels, die Kämpfe für Klimagerechtigkeit werden an immer mehr Fronten geführt. Beyond the red lines (Jenseits der roten Linien) ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die „Es reicht! Ende Gelände!“ sagt, zivilen Ungehorsam leistet und die Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft selber in die Hand nimmt.

Das Jahr 2015 stand im Zeichen des menschengemachten Klimawandels – und im Zeichen des Kampfes für Klimagerechtigkeit, der an immer mehr Fronten geführt wird. In Paris wurde ein globales Klimaabkommen verabschiedet. Aber wurde dort wirklich der Klimaschutz vorangetrieben? Während Verhandlungen und Treibhausgasemissionen auf Hochtouren laufen, liegen Welten zwischen dem, was notwendig wäre, um das Klimachaos noch abzuwenden und dem, was tatsächlich passiert.

Dieser Film porträtiert drei Initiativen im Vorfeld und während des Weltklimagipfels. Er zeigt uns, wie 1.300 Menschen in den Rheinischen Braunkohletagebau eindringen und ihre Körper in den Weg von gigantischen Kohlebaggern stellen, um Europas größte CO2-Quelle für einen Tag lahmzulegen („Ende Gelände“). Im Film kommen Menschen zu Wort, die den Import fossiler Brennstoffe am Hafen von Amsterdam blockieren (Klimacamp „ground control“ & „Climate Games“). Er zeigt uns Menschen, die eine 5.000 km lange Fahrradtour nach Paris machen, um unterwegs unzähligen lokalen Initiativen eine gemeinsame Stimme für eine klimagerechte Welt zu verleihen (Alternatiba).

Der Film dokumentiert ebenfalls, wie anlässlich des Weltklimagipfels trotz des ausgerufenen Notstands Zehntausende ihre Forderungen auf die Straßen von Paris tragen. Weltweit kommt es hierbei zur größten Mobilisierung der bisherigen Geschichte um das Thema Klimawandel mit über 785.000 Menschen auf 2.200 Veranstaltungen in 175 Ländern.

Inmitten gewaltiger Maschinen, empörter kritischer Stimmen und apokalyptischer Tagebaulandschaften wird die Logik eines Systems, das auf endlosem Wachstum beruht, und sein „grünes“ Krisenmanagement in Frage stellt.

Beyond the red lines ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die „Es reicht! Ende Gelände!“ sagt, zivilen Ungehorsam leistet und die Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft selber in die Hand nimmt.

Länge: 90 min

Offizielle Webseite: beyondtheredlines.org

AUF GEHT‘S, AB GEHT‘S, ENDE GELÄNDE 2017! -INFOVORTRÄGE*

I. Do. 20.07. 19:30; HS XVIII, Uni Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

II. Mi. 02.08. 19:00; Allerweltshaus, Körnerstr. 77, 50823 Köln

2015 waren wir 1500 Menschen, 2016 4000 und es werden mehr. Ende Gelände ist ein Bündnis verschiedener Gruppen, dass sich damit beschäftigt ein Klima der Gerechtigkeit zu schaffen und dafür Kohleinfrastruktur lahmlegt. Hier erfahrt ihr was alles für die Aktionstage (24.-29.08.) im Rheinland geplant ist. www.ende-gelaende.org

 

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