03/12 Regionalrat Köln I

Es ist Freitag, 23.03.2012, 09.00 Uhr. Bei schönem Wetter stehen wir, über 50 Demonstrant_innen, vor dem Gebäude der Bezirksregierung Köln. Hier tagt der Regionalrat, der den Regionalplan ändern muss, damit RWE ein neues Kraftwerk „BoAplus“ 20 km westlich von Köln – so groß wie den Kölner Dom – bauen kann. Schon bevor bei der nächsten Regionalratssitzung am 29. Juni 2012 die Entscheidung hierüber fällen wird, setzen wir ein deutliches Zeichen! Mit Bannern, Redebeiträgen und Rufen wie „BoA plus – so ein Stuss!“ machen wir auf die drohenden Gefahren für Mensch, Klima und Umwelt und den Wahnsinn des Riesenkonzerns aufmerksam. Um 11 Uhr löst sich die Kundgebung auf und wir machen uns auf zum Kampagnentreffen von ausgeCO2hlt ins AZ Köln, um andere Aktionen zu planen, mit denen wir weiter gegen den Wahnsinn ankämpfen können.

Es war ein erfolgreiches Warmup für die nächste Sitzung des Regionalrats, wenn die Abstimmung über die Regionalplanänderung für BoAplus über dessen Bau entscheiden wird. Am 29. Juni 2012 sind wir mit weitaus mehr Menschen wieder dabei und machen richtig Druck gegen BoA plus!!

Hintergründe zu BoA plus:

Auch das neue, von RWE als sauber verkaufte BoAplus mit einer Leistung von 1.100 MW hat einen miserablen Wirkungsgrad und bläst über 55% der Energie zum Schornstein hinaus. Allein am Standort Niederaußem sollen Jahr für Jahr über 27 Mio. t Braunkohle verheizt werden – das ist Spitzenklasse in Europa! Auch die vollmundigen Versprechen, das CO2 abzuscheiden und unterirdisch zu lagern, helfen da nicht – denn die sogenannte CCS-Technik ist weder verfügbar, noch gibt es sichere Lagerstätten.

RWE will Profit machen – auf  Kosten unserer Gesundheit, der Umwelt und des Klimas

Betroffene berichten, dass der RWE-Slogan „BoAplus – ein großes Plus für die Umwelt“ für die AnwohnerInnen nur schwer zu ertragen sein kann. Mit BoAplus bekommen sie ein weiteres riesiges Braunkohle-Kraftwerk vor die Nase gesetzt, welches so groß ist wie der Kölner Dom. Trotz modernster Technik wird das Kraftwerk enorme Mengen an Schwefeldioxid, Stickoxide, Feinstaub, Schwermetalle, Quecksilber und Radioaktivität in die Luft blasen. Um die Zustimmung im Regionalrat nicht zu gefährden, hat RWE die Schadstofffrachten bisher nicht in den Antragsunterlagen angegeben!!

Voraussetzung für den Kraftwerksneubau: Änderung des Regionalplans
RWE hat im Oktober 2011 das Genehmigungsverfahren für BoAplus mit dem Einreichen der Scoping-Unterlagen eröffnet. Das neue Kraftwerk soll auf einer bisher unbebauten Fläche am Standort Niederaußem errichtet werden. Da diese Fläche als “Freiraum- und Ackerfläche“ deklariert ist, muss der Regionalrat die Änderung des Regionalplans beschließen, um die Fläche als Kraftwerksstandort auszuweisen. Der Regionalrat kann das Kraftwerksprojekt zu Fall bringen, wenn er die Änderung des Regionalplans ablehnt.

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