07/12 RWE aufs Dach gestiegen

Aktivist_innen steigen RWE aufs Dach – Protest am Braunkohlekraftwerk Niederaußem als Auftakt für den Sommer der Klimacamps

Bergheim-Niederaußem, 26. Juli 2012. Heute morgen um 10 Uhr stiegen Aktivist_innen auf das Dach des Infozentrum am Kraftwerk Niederaußem und entrollten dort für zwei Stunden ein Banner mit dem Slogan „Raus aus Kohle und Atom – die Klimacamps im Rheinland und in der Lausitz stellen sich quer“. Mit dieser Aktion rufen sie zu den Klimacamps auf, die im August in den deutschen Braunkohletagebaugebieten stattfinden werden. Es handelte sich um einen gemeinsamen Protest des Lausitzer Klima- und Energiecamps, des Klimacamps im Rheinland und der Energie-, Klima- und Umwelt-AG von attac.

Den Ort Niederaußem wählte die Aktionsgruppe, weil RWE hier das größte Braunkohlekraftwerk in Deutschland betreibt. Jährlich emittiert es ca. 27 Millionen Tonnen CO2. „RWE plant, dieses Kraftwerk durch einen neuen Block zu erweitern“, sagt Elisabeth Pudimat von attac. „Auch in der Lausitz ist Vattenfall dabei, neue Kohlekraftwerke und Tagebaue zu planen. Damit würde Braunkohle als Energieträger bis in die Mitte des Jahrhunderts zementiert.“

Die Aktivist_innen machen mit dieser Protestform deutlich, dass sie den Kurs der Energiekonzerne nicht weiter hinnehmen, sondern aktiv gegen den Abbau und die Verstromung von Braunkohle vorgehen werden. „Niederaußem ist für uns ein Symbol dafür, dass die großen Konzerne mit Hilfe der Politik weiterhin auf den schmutzigsten Energieträger setzen und wir eine Umstellung auf eine ökologische und dezentrale Stromversorgung selbst in die Hand nehmen müssen“, sagt Dorothee Häußermann vom Rheinischen Klimacamp.

RWE hat gegen die vier Aktivist_innen auf dem Dach Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. „In unseren Augen ist dies ein Zeichen dafür, dass der Konzern Angst vor dieser Art Öffentlichkeit hat und versucht alle zu kriminalisieren, die ihrem legitimen Protest Ausdruck verleihen“, äußert sich Dorothee Häußermann weiter.

 

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