Braunkohle: Zahlen und Fakten (November 2012)

Ende dieses Jahres will RWE 16 alte 150mw Blöcke abschalten, weil die beiden riesigen 1050 MW Blöcke von Neurath II ans Netz gegangen sind. Betroffen ist dadurch vor allem der Standort Frimmersdorf, aber auch bei den Kraftwerken in Weisweiler und Niederaussem werden Blöcke abgeschaltet. RWE verkauft das als Klimaschutz, obwohl die Gesamtleistung trotz Abschaltungen nächstes Jahr höher sein wird als jemals zuvor. Diese würde dann bei 9958 MW liegen. Wir haben für euch eine Tabelle erstellt über die Leitungskennzahlen und die Stillegungen der Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier.

Erschreckend ist auch, dass viele Kraftwerke von RWE nicht Kraft-Wärme-Kopplung nutzen und daher der Wirkungsgrad sehr niedrig ist. Aber auch bei den „modernen“ (Braun)Kohlekraftwerken geht die meiste Energie durch den Schornstein(bzw. Kühlturm) flöten. Im letzten Jahr stieg der Braunkohleverbrauch im rheinischen Braunkohlerevier auf 96 Millionen Tonnen und die gesamte Braunkohleförderung in der Bundesrepublik auf 176,5 Millionen Tonnen. Auch der Anteil an der Energieerzeugung stieg im letzten Jahr auf 24,5%, was berechnet auf den Primärenergieverbrauch ein Wachstum von 3% ist. Wenn es nach RWE geht soll die Braunkohle in den bestehenden Tagebauen bis 2045 abgebaut werden (weitere Pläne gibt es jedoch auch). Im Oktober hat sogar das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass Klimaschutz nur durch einen Braunkohleausstieg möglich ist. Doch auch wenn alle privaten Haushalte auf Ökostrom umstellen würden (was wir empfehlen), würde der Braunkohlemoloch weiterlaufen, weil die Haushalte nur 28% am Energieverbrauch ausmachen und die Industrie 42%. Deshalb braucht es einen Widerstand von unten, der einen sofortigen Braunkohleaussteig durchsetzt.

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