Kohle Kapitalismus Klima

Die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu. Weltweit steigen die CO2 Emissionen trotz noch so vieler Klimagipfel und scheinaktionistischen Lippenbekenntnissen der herrschenden Politiker_innen. Klimawissenschaftler_innen bestätigen in zahlreichen Studien, die menschengemachte Klimaerwärmung – falls sie nicht von der fossil-industriellen Lobby gekauft sind. Extreme Wetterereignisse häufen und verschärfen sich, wie Überschwemmungen, Dürren, Hurricanes und andere Stürme. Der Verlust der Artenvielfalt ist so hoch wie noch nie, fruchtbare Böden werden zu Wüsten und Krankheiten breiten sich aus. Schon heute leiden Millionen Menschen unter diesen Folgen – verelenden, werden in die Flucht getrieben und ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Wenn die CO2 Emissionen nicht drastisch sinken, könnten bald sogenannte Kipppunkte (tipping points) erreicht werden an denen Rückkopplungseffekte wie z.B. das Auftauen der Permafrostböden und der dadurch entstehende Methanausstoß eintreten, die den Klimawandel weiter antreiben. Dies würde eine weitere unkontrollierbare Beschleunigung des Klimawandels bedeuten und eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, das weitere Kipppunkte wie die Versauerung der Meere, Austrockung der Regenwälder etc. erreicht werden, die die Erderwärmung noch einmal weiter anfeuern.

Es ist nicht der Stand der Wissenschaft der entscheidend ist, sondern die Interessen der fossilen Industrien an Profitmaximierung und Wirtschaftswachstum. Auch ein grüner Kapitalismus wird den Widerspruch nicht aufheben können, dass steigende Warenproduktion an der Ausbeutung von fossilen Energien gekoppelt ist. Es werden weiter Regenwälder abgeholz werden, um die letzten Ressourcen auszubeuten und immer risikoreichere Technologien eingesetzt, um Schiefergas (fracking) oder Öl in der Tiefsee zu fördern. Der Rio +20 Gipfel wird wieder Mal ein Medienspektakel auf dem viel zur Diskussion steht, nur nicht die Logik des Marktes unter der ein Abbau von Ölschiefer und Braunkohle profitabler ist als erneuerbare Energien zu nutzen. Auf einem Gegengipfel werden diejenigen, welche am wenigsten am Klimawandel beitragen und am meisten darunter leiden ihren Widerstand sichbar machen.Wir sehen uns als Teil dieser globalen Gegenbewegung von unten aus Indigenen, Kleinbäuer_innen und Basisaktivist_innen, die ein gutes Leben (buen vivir) für alle Menschen auf der Welt fordert, ein Ende des auf Ausbeutung und Zerstörung (Extraktivismus) beruhenden Kapitalismus und einen respektvollen Umgang mit der Natur (pacha mama). Doch nicht nur im globalen Süden gibt es Widerstand gegen Ausbeutung, Herrschaft und Verelendung. Auf der ganzen Welt werden Energiekämpfe geführt – gegen Kohleabbau in den Appalachen, USA und in Schottland, gegen Teersande in Kanada und viele mehr. Es geht aber nicht nur um die ökologische Krise, sondern auch um die Soziale Frage. Immer mehr Menschen wird der Strom abgestellt, weil sie in Folge der allgegenwärtigen Sparpolitik verarmen. Es sind die gleichen autoritären Mechanismen des Systems, welche den Menschen weltweit die Selbstbestimmung über ihr Leben nehmen, Grenzen hochziehen und zu Kriege um die Vorherrschaft über Menschen, Land und Rohstoffe führen.