Was ist ein Klimacamp?

Die Idee von Klimacamps entstand 2006 in Großbritannien als dezentrale Antwort auf die immer erfolgloseren massenhaften direkten Aktionen beim Gipfelhopping der Antiglobalisierungbewegung. Nach den Aktionen gegen die Weltklimakonferenz 2009 in Kopenhagen wurde deutlich, dass solche Großspektakel zwar 100.000 Menschen mobilisieren können, jedoch nicht mehr sind als ein Appell an die Herrschenden und somit einer offensiven Bewegung, welche sich selbst ermächtigt nicht genug sind. Das Klimacamp im Rheinland versteht sich als Teil der weltweiten Klimacampbewegung, welche auf vier Säulen basiert: (direkte) Aktionen, nachhaltiges Zusammenleben, Bildung und Vernetzung.

Wir wollen in diesem Jahr an die erfolgreichen Aktionen unseres Klimacamps in den beiden vergangenen Jahren anknüpfen, in deren Zeitraum es Schienenblockaden, Kleingruppenaktionen, (Fahrrad)Demonstrationen und Kundgebungen gab. Damit wollen wir jede_r ermöglichen an Aktionen teilzunehmen, je nach eigenen Erfahrungen und Entscheidungen. Wir werden gemeinsam auf dem Camp einige Aktionen planen und bieten allen den nötigen Raum Aktionen selbst zu organisieren.

Unser Klimacamp will so ressourcenschonend wie möglich sein und ein solidarisches, radikal demokratisches Zusammenleben ermöglichen. Es soll eine Alternative zur konsumistischen, kapitalistischen Lebensweise bilden, in der Menschen vereinzelt auf Kosten von anderen leben. Die Vokü wird bio-veganes Essen kochen, unseren Strom beziehen wir fast ausschliesslich aus Erneuerbaren Energien, wie Solar und Wind, und unsere Kompostklos brauchen keine Chemie.

Das Klimacamp soll ein Raum für emanzipatorische Bildung sein. Das heisst es soll keine Lehrprivilegien über Hierarchien durch Titel geben, wie in Bildungsinstitutionen wie Schule oder Universität. Außerdem ist unser Anspruch an Bildung nicht objektiv oder wertfrei, sondern gilt dem Ziel eine befreite Gesellschaft zu schaffen, die ein gutes Leben für alle(s) ermöglicht ohne Trennung von Mensch und Natur. Jede_r kann selbst Workshops anbieten, ob vorher angekündigt oder spontan auf dem Camp.
Ein Klimacamp ist ein Ort für Vernetzung und Austausch. Wir möchten nicht nur unsere Szene ansprechen, sondern verschiedene Spektren und Themen. Egal ob Mitglieder_innen von umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen, Parteien, Anwohner_innen, Linksradikale, Gewerkschaften oder Anarchist_innen. Wir sind solidarisch mit anderen emanzipatorischen Kämpfen auch jenseits vom Widerstand gegen Kohle, wie der Antiatombewegung, der Antirassismusbewegung, Antimilitarismus und andere.

Unser Klimacamp setzt sich für einen gleichberechtigen und solidarischen Umgang miteinander ein und hat keinen Platz für Nazis, Sexismus, Antisemitismus und Rassismus jeglicher Art.