Widerstand und Ziele

Seit einigen Jahren wächst der Widerstand gegen den Klimakiller RWE. Nachdem die betroffene Bevölkerung im Rheinischen Braunkohlerevier über Jahrzehnte versucht hat gegen den Braunkohleabbau zu protestieren und klagen, entstand eine Antibraunkohlebewegung, die Energiekämpfe in die Region brauchte. Im Jahr 2008 wurde der BUND von seiner Streuobstwiese am Tagebau Garzweiler II geräumt und in den Jahren darauf wurden immer wieder Klimacamps organisiert und breite Bündnisse geschlossen. Die Formen des Widerstand waren vielfältig und haben sich immer weiter radikalisiert. Im Jahr 2011 gab es die erste Kohlezugblockade in Deutschland an der sich über 50 Aktivist_innen beteiligten. In 2012 gab es ebenfalls eine Sitzblockade und einen Tag später sogar eine Ankettaktion auf der Hambachbahn, der wichtigsten Kohlebahn im Rheinland. Ein ganz ähnliches Szenario wiederholte sich 2013, als sogar 250 Aktivist*innen die Kohlebahn blockierten. Seit April 2012 wurde der Hambacher Forst besetzt, um die Abholzung des Waldes und die Erweiterung des Tagebau Hambach mit direkten Aktionsformen zu stoppen. Es erfolgte eine Räumung im November 2012 – die längste, die Deutschland je erlebt hat. Und auch im Wald geht der Widerstand dennoch weiter! Nachdem wiederholt geräumt wurde, besteht seit dem 26.04. nicht nur eine, sondern gleich drei Waldbesetzungen!

Um den Braunkohleabbau zu stoppen braucht es eine vielfältige Bewegung. Ein unkonventionelles Zusammenwachsen von antikapitalistischen Linken, Bürgerinitiativen, Anarchos/as, NGO’s und vielen Anderen ist politisch notwendig. Außerdem braucht es verschiedene Aktionsformen von Kundgebungen, Demos bis zivilen Ungehorsam und direkten Aktionen, um einen Konflikt um Braunkohle zu erzeugen und sichtbar zu machen. Das Stoppen des Rheinische Braunkohlereviers ist ein strategisch wichtiges Ziel um eine sozial-ökologische Energiewende zu erreichen. Dort wird Klima- und Umweltzerstörung sowie die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung sinnlich erfahrbar und die komplexe Infrastruktur dieses größten Braunkohlekomplex in Europa bietet eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten. Genau deshalb ist das Revier ein idealer Kristallisationsort für Energiekämpfe, wo sich Menschen politisieren und selbst ermächtigen können.
Unser Ziel ist eine freie, ökologische und solidarische Gesellschaft. Um unseren Ziel nach einen besseren Leben für Alle ein Stück näher zu kommen konzentrieren wir uns auf Klima- und Energiefragen. Ein stabiles Klima als unsere Lebensgrundlage hat die höchste Priorität, um auch in Zukunft ein gutes Leben allen zu ermöglichen. Gleichzeitig spiegelt unser Umgang mit Energie die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft und Entwicklungschancen von uns und anderen wieder. Deswegen setzen wir uns für eine Energiekontrolle ein, in der die monopolartigen Engergiekonzerne wie RWE zu gunsten einer dezentralen, ökologischen und sozialen Energieversorgung in Anwohner*innenhand vergesellschaften werden. Die Wege dorthin sind vielfältig wie z.B. von Netzübernahmekampagnen, Energiegenossenschaften oder Revitalisierung von Stadtwerken. Allen Wegen gemeinsam ist, das es darum geht Klima- und Generationengerechtigkeit praktisch werden zu lassen in dem wir Entwicklungsperspektiven für alle jenseits des kapitalistischen Wachstumszwangs schaffen. Unser Schicksal ist mit den der Menschen im globalen Süden sowie zukünftigen Generationen direkt verknüpft und die Anerkennung dieser lebendigen Verbindungen ist die Grundlage für eine gerechtere und ökologischere Gesellschaft. Wie diese postindustrielle Gesellschaft aussieht können wir nicht einfach beantworten. Dazu müssen wir uns gemeinsam auf den Weg machen!

Auf nach Borschemich zum Klimacamp im Rheinland