Programm
Wir haben dieses Jahr wieder ein reichhaltiges Workshop-Programm: Menschen aus unterschiedlichen sozialen Bewegungen stellen ihre Arbeit vor und teilen ihr Wissen: praktisch oder theoretisch, englisch oder deutsch, für Leute, die schon tief im Thema drin sind genauso wie für Personen, die jetzt erst so richtig einsteigen wollen!
Ein Anwohner erzählt von seinen Erfahrungen bei der Umsiedlung. Janine und die “Rhythms of Resistance” sorgen für fetzige Samba-Klänge auf dem Camp und bei Aktionen. Mit Ulli könnt ihr ein Windrad bauen. Es geht um Geo-Engineering, Post-Wachstum, nachhaltigen Aktivismus und….
Eine Übersicht über das komplette Veranstaltungsprogramm findet ihr hier
WORKSHOP-DETAILS:
SAMSTAG, 4.8. 2012
15 Uhr – 17 Uhr
Psychoanalytische Überlegungen zur kollektiven Verleugnung des Klimawandels Delaram Habibi-Kohlen
Vorgestellt werden Ergebnisse einer tiefenpsychologischen Untersuchung mit Psychologie-Studenten über deren Umgang mit dem Klimawandel (Tiefeninterviews). Daraus werden weitere Überlegungen abgeleitet zum gesellschaftlichen Hintergrund und Kulturwandel, in den Verleugnung in den westlichen Ländern eingebettet ist. Klimawandel soll dabei veranschaulicht werden als „nur“ ein, aber drängendstes Symptom unserer Zeit des deregulierten Kapitalismus.
Berliner Energietisch und Tschö Rheinenergie – für eine ökologische, soziale und demokratische Energieversorgung Stefan Taschner und Christoph Geitz
Der Begriff der Energiedemokratie ist noch kaum bekannt und doch ist er Ausdruck einer immer wichtigeren Entwicklung: In Städten wie Hamburg, Berlin und Köln setzen sich breite Bündnisse für eine Rekommunalisierung der Energieversorgung ein. Doch es geht nicht um eine einfache Verstaatlichung. Ziel ist es, neue Formen der unmittelbaren Partizipation von BürgerInnen in demokratisierten Stadtwerken zu etablieren, um eine ökologische und soziale Versorgung mit Energie zu erreichen.
Actionsamba für jedermensch Janine Groeschel
Alle Actionsambainteressierten sind herzlich zu diesem Workshop eingeladen. Wir stellen Neulingen die Bewegungen Rhythms Of Resistance und Pink&Silver vor und erarbeiten oder vertiefen typische Rhythmen aus der Bewegung. Dieser Workshop ist für Neulinge und erfahrene Sambistas gleichermaßen geeignet. Ob wir mit ‘echten Trommeln’ oder improvisierten Instrumenten spielen werden, ist noch nicht klar.
im Wald:
Direct Action Jörg Bergstedt
“Direct Action” ist etwas anderes als nur mal hier eine Blockade oder da ein Steinwurf. Es ist eine Idee für eine Politikform, die nicht mehr nur Einzelnes angreift und auch mehr will als schwächliche Miniveränderungen innerhalb von umweltzerstörenden und menschenverachtenden Verwertungs- und Herrschaftsstrukturen.
Direkte Aktion will die Köpfe erreichen. Und den Kopf benutzen. Das erste Ziel einer direkten Aktion ist die Schaffung eines „Erregungskorridors“ in der Gesellschaft: Aufmerksamkeit, Irritation, Freude oder Wut sind solche Formen. Wie das erreicht werden kann, ist vielfältig: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, Blockade von Braunkohle-Zügen, Sabotage, Internet-Hacken usw. Wenn die Erregung entsteht, ist Platz für politische Positionen und Visionen – doch auch deren Vermittlung will durchdacht sein. Ideen für kreative Vermittlungsformen sind nötig. Direkte Aktion ist alles drei: eine kreative, direkte Aktion, der entstehende Erregungskorridor und die Vermittlung politischer Positionen/Visionen. Mehr Infos: www.direct-action.de.vu
SONNTAG, 5.8. 2012
9.30 – 11 Uhr
Müll-Mitverbrennung im Braunkohle-Kraftwerk Ville-Berrenrath (Dietrich Scholz, Leben ohne Braunkohle)
Herr Scholz (von Leben ohne Braunkohle bzw. Leben ohne Boa) hatte auf dem Klimacamp 2011 von der Problematik der Haus- und damit Giftmüllverbrennung im Braunkohle-Kraftwerk Ville-Berrenrath berichtet. Danke des Interesses bei der Bevölkerung und den KlimacamperInnen sowie der Bürgerinitiative in Frechen (www.b.s.f.de) war die Angelegenheit hochgekocht. RWE hatte daraufhin seinen Antrag beim Bergamt Arnsberg “vorläufig” zurückgezogen, so dass nur noch die genehmigten 20% Müllverbrennung zulässig sind. Eine kleine Erfolgsgeschichte!
Umweltschutz von unten Jörg Bergstedt
Umweltschutz organisiert sich meist von oben, d.h. die Menschen werden zur Zielgruppe von Strafandrohung, Bildungsarbeit, Appellen und finanziellen Steuerungen. Niemals sind sie AkteurInnen. Bei der Frage, wie Innenhöfe, Straßen, Stadtteile oder Landschaften gestaltet werden sollen, wenden sich UmweltschützerInnen an den Staat, neuerdings auch immer öfter an die Firmen als zunehmender Machtfaktor. Die Konzepte aus der Öko-Ecke stützen die Machtsysteme, zur Zeit begleiten sie die neoliberale Weltordnung.
Emanzipatorischer Umweltschutz will etwas ganz anderes: Die Menschen werden zu AkteurInnen. Die Straßen, Häuserblöcke und Landschaften werden von den Menschen gestaltet, die in ihnen leben bzw. sich für sie interessieren. Die kleinen Schritte dahin bestehen aus konkreten Projekte, die die Menschen zu den EntscheiderInnen machen: Windanlagen, die den Menschen drumherum gehören (statt teurer Großanlagen ohne örtliche Akzeptanz), Stromnetze im Besitz der BürgerInnen, ökologische Bauernhöfe im Gemeinschaftsbesitz, lokale Ökonomien ohne Apparate und vieles mehr. Info: www.umwelt-und-emanzipation.de.vu
11.30 – 13 Uhr
Die Konsequenzen des Tagebaus – von Feinstaub und Radioaktivät über Rutschungen hin zu Bergschäden (Wolfgang Schäfer, Reinhold Biehl)
In diesem Vortrag erhalten die Zuhörer Informationen zu drei Themen, aus denen sie wählen können: 1. Die gesundheitlichen Schäden, die durch Feinstaub und Radioaktivät beim Abbau von Kohle entstehen sind messbar – aber kaum jemand weiß es! 2. Der Tagebau verursacht Rutschungen von Böschungen, die eine Gefahr für anliegende Kommunen und einzelne Bebauungen bedeuten. 3. Die Bergschäden an Häusern und Infrastruktur, die durch die Sümpfungen der Tagebaue entstehen kosten die betroffenen BürgerInnen nicht nur viel Geld, sondern auch Nerven.
Introduction to the international barrio “Hot Times” on Climate Justice (International barrio team)
The team members of the youth campaigns “Heiße Zeiten” (“Hot Times”) and “Powered by Heaven” will introduce themselves and their barrio program. Our overall aim at the camp is to start planning and organizing an international climate justice day to create solidarity and to raise awareness for the injustice that is happening with regard to climate change. The only thing that is certain about the international climate justice day is the title and date: “Shape the Future” on December 8th 2012 (around the UN Climate Negotiations in Qatar). Other than that we can be as creative as we want concerning contents and methods. At the end of the camp we will put our ideas into a non-violent action (video of a scream flash-mob of all willing camp-participants, theatre scenes….). After the camp we will start mobilizing for the international climate justice day to involve as many people and groups as possible from different countries.
In the longer term we, the campaign “Heiße Zeiten” and our youth network “Open Globe” will establish an international action network that stands for global justice. We want to exchange information on e.g. climate change, sustainability issues, lifestyles, international economics etc. But we also want to understand how politics work to be able to demand concrete changes from decision-makers. The international climate justice day is just the first step! Let’s shape our future!
If you want to participate in our international barrio, you don’t have to attend all the sessions. You can also join in later!
Speakers: Cynthia, Daniel (campaign „Heiße Zeiten“), Ann-Katrin and Philipp (campaign „Powered by Heaven“)
15 – 17 Uhr
Resisting the Tar Sands in Cananda (Ries Mentink) (in English)
What and where are the tar sands? What are the social and environmental impacts? What are people doing to help stop the tar sands? What can YOU do to help stop the soft coal industry?
Klimaschutz statt Kohleschmutz – kein Neubau in Niederaußem!
Jemand von Greenpeace Köln
RWE kann es nicht lassen und plant in Niederaußem ein neues Braunkohlekraftwerk. Mit diesem Neubau würde der Kraftwerksstandort Niederaußem mit jährlich 27 Mio. t CO2 weiterhin der größte CO2-Emittent und RWE der klimaschädlichste Energieversorger in Europa bleiben.
Zum einen möchten wir euch unsere Kampagne vorstellen, mit der wir die Zustimmung des Regionalrat zum Bau des Klimakillers verhindern wollen. Außerdem wollen wir die Ausbreitung und Auswirkungen von weiteren Schadstoffen wie Stickoxide und Feinstaub auf die Region an Hand von Ausbreitungsrechnungen und dem aktuellen Luftreinhalteplan der Stadt Köln erläutern. Natürlich werden wir auch den Greenpeace-Plan zum Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien bis 2050 vorstellen, sowie einen Entwurf für ein Kohleausstiegsgesetz.
MONTAG, 6.8. 2012
9.30 – 11 Uhr
Europa ohne Kohle – Kohleausstieg nicht nur in der Bundesrepublik”
Mona Bricke, Klima-Allianz
Nicht nur in der Bundesrepublik gibt es Widerstand gegen Kohlekraftwerke und Tagebaue. In einigen Ländern, wie z.B. Großbritannien, sind die Neubaupläne längst vom Tisch, es geht hauptsächlich um neue Herausforderungen, wie die Schließung alter Kraftwerke, oder den Kampf gegen angebliche Alternativen wie. z.B. Fracking. In der Türkei laufen die Planungen für 49 neue Stein- und Braunkohledreckschleudern gerade erst an. Der WS gibt einen Überblick über die Kohlesituation in Europa und soll dazu dienen Vernetzungsmöglichkeiten und gemeinsame Widerstandsperspektiven auszuloten.
Energiegewinnung mit Zugdrachen Peter Tschanz, Unterstützungskomitee Kitegen
Kann mit Zugdrachen bald soviel Energie erzeugt werden, um Kohle und Atom wirtschaftlich konkurrenzfähig zu ersetzen? Dutzende von Instituten haben mit der entsprechenden Forschung begonnen. Eine private Erfindergruppe in Italien ist mit ihrem Prototyp weit fortgeschritten. Wir sind ein spontanes Unterstützungskomitee, und versuchen diesen Erfindern zum Durchbruch zu verhelfen.
11.30 – 13 Uhr
Info- und Mobiveranstaltung zum War-starts-here-CAMP gegen Europas modernstes Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg (Ditsche)
Das Militär ist weltweit eine der größten Quelle für CO2-Emissionen, taucht aber in den entsprechenden Kuchendiagrammen nicht auf. Bei uns auf dem Klimacamp schon:
Der Krieg in Afghanistan scheint auf den ersten Blick weit weg von hier und von uns. Tatsächlich aber findet die Ausbildung der dort zum Einsatz kommenden Nato Verbände direkt vor unserer Haustür statt, nämlich in Europas modernstem Gefechtsübungszentrum, der Colbitz-Letzlinger Heide bei Magdeburg. Der Spatenstich für den Bau einer dort geplanten 80 Mio Euro teuren Großstadt rein für militärische Übungszwecke (GÜZ) ist für Herbst geplant.
Den Widerstand gegen das GÜZ voranzutreiben ist das Ziel des Warstartsherecamps, welches vom 12 – 17 Sept. nahe des GÜZ stattfindet. Krieg beginnt hier und kann auch hier gestoppt werden. Wie das gehen kann, dazu mehr auf der Mobiveranstaltung.
“Climate Justice” – Concept and Actors (International barrio team)
The consequences of global warming hit people in the global South the hardest although they are least responsible for it. We demand more climate justice: Industrial and newly industrialized countries need to take more political and financial responsibility for their huge energy hunger!!! In this session we will present the concept of climate justice in a slide show. Moreover, we will introduce different governmental as well as non-governmental actors with regard to climate politics. What do NGO’s and grass roots organizations demand (e.g. in Bangladesh) and what is actually happening on political levels (e.g. regarding the failures of the past international climate conferences).
Speakers: Philipp (“Powered by Heaven), Daniel and Cynthia (“Heiße Zeiten”)
Aktions- und Blockadetraining: Ziviler Ungehorsam (Marc Amann)
Blockaden von Atommülltransporten, Platzbesetzungen von Kohlekraftwerksbaustellen, Sitzblockaden auf Kohletransportschienen, Go-Ins bei Stromkonzernen,… Aktionen des Zivilen Ungehorsams sind ein wichtiges Mittel auch der Klimabewegung.
Das Aktions- und Blockadetraining bietet die Möglichkeit, sich über Zivilen Ungehorsam zu informieren und auf kommende Aktionen vorzubereiten. Personen, die noch nie an solchen Aktionen teilgenommen haben, können erfahren was Ziviler Ungehorsam eigentlich ist und ausprobieren, wie massenhafte Aktionen Zivilen Ungehorsams organisiert sind (Bezugsgruppensystem, Entscheidungsfindung,…) und ablaufen (Blockadeformen,…) sowie was rechtliche Konsequenzen sind. Personen, die schon mal bei Aktionen des Zivilen Ungehorsams dabei waren, können ihre Erfahrungen weitergeben und Neues erfahren. Siehe auch: http://www.marcamann.net)
15 – 17 Uhr
Ecological and Social Activism in Colombia (International barrio team; Lucas Ochoà)
Large mining projects in Colombia divide, dispose and displace communities, raise poverty levels and increase misery and violence in the territories. Lucas Ochoà Roldan (22 years) from Colombia is active at AMA (Amigos del Medio Ambiente = Friends of the Environment). AMA’s voluntary activists are independent of the State, political parties or economic groups. They stand for environmental thinking, economic degrowth, community empowerment, solidarity-based economies, personal autonomy, mutual aids. AMA has recently organized a National Day of Action titled “Defend Life, Stop the Mining Locomotive”. Lucas will introduce himself and AMA’s work. He will also show the following documentaries (time and day will be announced in advance):
“Marmato, pesebre de oro que GRITA” (Documentary): Marmato is a municipality of the department of Caldas, Colombia. It has a 500 years mining tradition. It is the land of indigenous and afro descendants being affected by the Canadian multinational Medoro Resources. Today, these people are crying out for their legitimacy and their right to keep their history.
“Altiplano”: This movie tells the story of an Andean community in Peru that has been affected by the contamination of a mining company. The protests become inevitable….
Speaker: Lucas Ochoà (Amigos del Medio Ambiente, Colombia)
Rhethorik und Medien bei RWE Christoph Mödder
Herr Mödder stellt gefundene euphemistische und werbeoffensive Sprueche bzw. Lügen vor, die RWE benutzt. Hier wird entdeckelt, was wirklich hinter der Sprache steckt, die RWE in den Medien verwendet, um die Menschen zu blenden.
Aktionstraining mit Marc Amann (siehe oben)
abends im Wald:
Monsanto auf deutsch Jörg Bergstedt
Ein Blick in die Seilschaften hinter der Agrogentechnik: Warum werden hier Jahr für Jahr immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80 Prozent fast nur in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche Forschung geht? Eine Erklärung: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks namens Biotechfarm oder Agrobiotechnikum sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder erst veruntreut und dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert. Infos: www.biotech-seilschaften.de.vu
DIENSTAG, 7.8.
9.30 – 11 Uhr und 11.30 – 13 Uhr
Creative Street Protests: And………….ACTION !!! (Take One) (international barrio team)
After an inspiring presentation of “good practice” examples of creative street protests that have taken place in different countries we will get creative and active ourselves. According to their interests and talents the participants will form teams and start planning and organizing both for our action at the camp but also for the action day in December. What are our aims and what issues do we want to focus on? What could be a good symbol and form of action to represent these aims? Who and how can we mobilize efficiently? What materials and infos are needed etc.? Creativity needs time and space – we will use two sessions to really get into it and to produce useful results. Here, we can also cooperate with the “Creative Barrio”.
This session continues in the second block from 11.30-13.00hrs.
Speakers: Daniel and Cynthia (“Heiße Zeiten”)
Auf dem Weg zum nachhaltigen Aktivismus (ganzer Vormittag) Timo Luthmann, ausgeCO2hlt
Was ist eigentlich nachhaltiger Aktivismus? Gehört Burnout zu einer Aktivist_innenbiografie und was ist das eigentlich? Und mit welchen Strategien können wir individuell wie kollektiv widerstandsfähiger werden und einen nachhaltigen Aktivismus entwickeln, der nicht nur rein funktional gedacht ist, sondern das gute Leben spürbar machen läßt?
Darum soll es in diesem Workshop gehen: Auf dem Weg zum nachhaltigen Aktivismus! Viva la vida!
9.30 – 11 Uhr
Mehr als eine Liebe – Polyamory, Offene Beziehungen und andere Abenteuer N.N.
Anders leben heißt auch anders lieben. Klingt einfach, ist aber nicht leicht, wenn alles um uns herum und oft auch in uns die romantische Zweierbeziehung als das einzig legitime und erstrebenswerte Happy End zulässt. Was passiert, wenn wir neben diesem Lebensentwurf auch andere zulassen und ausprobieren? Was gewinnen wir, was verlieren wir? Für diejenigen, die jetzt schon neugierig sind, ein Lesetipp: „The Ethical Slut“ von Dossie Easton und Janet W. Hardy
Aktionstrainings mit Marc Amann (auch 15 – 17 Uhr)
15 – 17 Uhr
Rohstoffe und Menschenrechte
Input und Rollenspiel Dorothee Häußermann, FIAN/ausgeCO2hlt (English or German)
Egal ob Goldabbau in Ghana, Kupfergewinnung in Ecuador oder Bauxitminen in Indien… Die Gewinnung von Ressourcen führt zur Zerstörung von Ökosystemen, Kontaminierung von Trinkwasserquellen und zur Vertreibung von Menschen. Ungünstig, dass unsere ganze Zivilisation auf diesen Rohstoffen aufbaut. Nach einer allgemeinen Einführung wird das Thema in einem Rollenspiel am Fallbeispiel „Bauxitminen in Indien“ vertieft.
What the frack? Ries Mentink (in English)
Images of flames blazing out of water taps have raised awareness about the dangers of exploiting unconventional gas: hydraulic fracturing, or short “fracking”. There is more to say about that!
MITTWOCH, 8.8. 2012
9.30 – 11 Uhr
BUND-Widerstand gegen Tagebau Hambach Dirk Jansen, BUND
Der BUND kämpft seit Jahrzehnten politisch und juristisch gegen die Braunkohlentagebaue im Rheinland. Aktuell im Fokus steht die geplante Fortführung des Tagebaus bis zum Jahre 2030. Dazu wurde von der RWE Power AG ein Rahmenbetriebsplan beantragt. Der BUND sieht wegen der erkämpften Verbesserungen der Rechtslage gute Chancen, dessen Zulassung zu verhindern. (www.bund-nrw.de/hambach)
Indigener Widerstand Patrick Stötzel, ausgeCO2hlt
Seit Beginn der Kolonialisierung leisten „Indigene Völker“ Widerstand gegen ihre Einhegung in die kapitalistische Verwertungsmaschinerie und damit auch gegen die Zerstörung von besonders biodiversen Ökosystemen auf der ganzen Welt. Indigene Völker sind am stärksten vom Klimawandel betroffen und tragen am wenigsten dazu bei. In dem Workshop wird es um die Geschichte des Widerstands, Gegenkonzepte, wie das Buen Vivir und die Frage der Repräsentation des Widerstands gehen.
DONNERSTAG, 9. 8. 2012
9.30 – 11 Uhr
Gründung und Arbeit einer Bürgerinitiative (Wolfgang Ochs, Initiative Bergbaugeschädigter 50189)
Karl Heinz Ochs aus Elsdorf ist Regionalsprecher des Netzwerks Bergbaugeschädigter für die Region Elsdorf-Berrendorf und Vorsitzender der Initiative Bergbaugeschädigter 50189. Er ist seit vielen Jahren engagiert. Im letzten Jahr unterstützte er bei der Organisation des Camps und nahm an den Veranstaltungen teil. In diesem Jahr möchte er seine Erfahrungen zur Gründung und Arbeit einer Bürgerinitiative mit uns teilen
Commons – Jenseits von Markt und Staat Jörg Dorn, m.a.g.i.e
Preise für Lebensmittel, Wasser und Böden steigen, und begrenzt verfügbare Güter, wie die Meere oder Wälder, werden rücksichtslos ausgebeutet. Wissen und Ideen indes, unsere wichtigsten produktiven Ressourcen, sind zwar in Fülle vorhanden – doch sie werden behandelt, als wären sie knapp. Die ernüchternde Diagnose lautet: Sowohl Markt als auch Staat versagen.
Deshalb verwundert es nicht, dass die Commons, die Idee der gemeinschaftlichen Verantwortung für Gemeingüter, eine Renaissance erleben. Commons sind wichtiger denn je. Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern schöpfen aus der Fülle. Sie setzen nicht auf Konkurrenz, sondern auf Kooperation. Sie existieren durch und für die Menschen.
11.30 – 13 Uhr
Climate Change and Peasant Movements in Bangladesh (International barrio team, Kathrin Hartmann)
The consequences of climate change in Bangladesh are severe, especially for people in rural areas. They are already suffering a lot due to devastating cyclones, floods, salinity, droughts, heat, cold. The landless, peasants, laborers as well as the poor working class of Bangladesh need support in their struggles against the devastating impacts of climate change. Pathak Lal Golder from the Bangladesh Krishok Federation attended the camp last year and told us about the peasant movement for food sovereignty and social change. This year, the Krishok Federation will be represented by Kathrin Hartmann (book-author i.e. “Ende der Märchenstunde”) who knows Pathak and the organization personally. She will give us insights on the problems and issues the peasant movement organization works on. We are grateful that she is coming all the way from Munich to the camp to give us “food for thought”.
Speakers: Kathrin Hartmann (freie Autorin; „Ende der Märchenstunde“)
Von der Finanz- zur Eurozonenkrise – und deren Folgen im Norden und im globalen Süden Alexis Passadakis, attac
Die Immobilien-Krise in den USA, wurde zur Weltwirtschaftskrise und inzwischen steht der Euro vor dem Kollaps. In Südeuropa eskalieren die Arbeitslosenzahlen und sozialstaatliche Regeln werden von der Troika (EU, EZB und IWF) fast völlig geschliffen. Gleichzeitig hat diese Krisendynamik auch massive Auswirkungen auf viele Länder des globalen Südens. Beispiel: Nahrungsmittelspekulation und Kürzungen von Entwicklungsgeldern. Trotz Ankündigungen der G20 ist es bisher zu keiner effektiven Regulierung von Banken, Steueroasen und den verschiedenen Finanzmärkten gekommen. Welche Alternativen gibt es und wer kann sie in Europa und global durchsetzen?
Außer der Reihe: Treffpunkt 13.30 (mehrstündig)
Wie funktioniert ein Tagebau? Exkursion zum Tagebau Hambach (Willi Hoffmann, aus der Region)
Willi Hoffmann setzt sich seit Jahrzehnten mit RWE und dem Braunkohletagebau auseinander – zwangsläufig, hat er doch durch den Braunkohletagebau seine Heimat verloren. Auf einer Exkursion nimmt er Interessierten in seinem Auto mit zu verschiedenen kritischen Stellen des Tagebaus und erklärt, wie der Braunkohleabbau funktioniert. Wieviele Menschen zusätzlich mitfahren können, hängt von der Transportsituation ab, die wir kurzfristig klären müssen. Wir freuen uns, wenn uns jemand für diesen Programmpunkt ein Fahrzeug zur Verfügung stellen kann!
15 – 17 Uhr
Solidarische Postwachstumsökonomie im Nord-Süd-Kontext Alexis Passadakis, attac
„Der Norden lebt auf Kosten des Südens!“, sagt Nicola Bullard von Focus on the Global South. Aber wie kann eine Postwachstumsökonomie im Norden aussehen, ohne dass ein ökonomischer Niedergang ausgelöst wird und eine Spirale von Arbeitslosigkeit und Armut? Gleichzeitig ist auch das Entwicklungsmodell vieler Staaten im Süden ökologisch eine Katastrophe. Welche Entwicklungschancen gibt es dort, was fordern soziale Bewegungen?
Pflanzkistenbau und Öle und Kräuter Dirk Kerstan, Kölner Kölner NeuLand e.V. , Ed und Rosa, Pflanzstelle Köln-Kalk
Die beiden Gemeinschaftsgärtner Ed, von der Pflanzstelle Köln-Kalk, und Dirk, vom Kölner NeuLand e.V, demonstrieren den Bau eines mobilen Pflanzmoduls aus Recyclingmaterial. Die Gemeinschaftsgärtnerin Rosa, von der Pflanzstelle Köln Kalk, stellt mit Euch Kräutertinkturen und Haarwaschmittel aus Nachwachsenden Rohstoffen her.
Geldbeutel aus Saftpackungen basteln (André, m.a.g.i.e.)
Hier bleibt nicht viel zu sagen. Zusammen mit André bastelt ihr aus Saftpackungen kleine Geldbeutel. Aus Alt mach Neu! Viel Spaß!
FREITAG, 10.8. 2012
9. 30 – 11 Uhr
Geo-Engineering – Einführung in Techniken und Diskurse
Georg Kössler, gegenstrom berlin
Mit neuen, unheimlichen, Techniken sollen die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandel überdeckt werden. Diese neue Perversion technikfixierter Klimapolitik gilt es zu verstehen und zu bekämpfen.
FUTURZWEI. Wie wir gelebt haben wollen Luise Tremel, Stiftung Zukunftsfähigkeit
Die Entwicklung einer anderen Kultur des Lebens und Wirtschaftens ist keine Frage des Wissens, sondern die Aufgabe vieler, sehr unterschiedlicher und oft sehr erfolgreicher Labore der Zivilgesellschaft. Die Stiftung FUTURZWEI macht diese Labore gesellschaftlich sichtbar und politisch wirksam, indem sie Geschichten des Gelingens einer anderen Praxis erzählt und in Kooperation mit etablierten Medien als Flaschenpost in die Gesellschaft schickt.
Ein Vortrag darüber, warum wir für die Gestaltung der Zukunft Vorbilder so dringend brauchen wie Geschichten.
9. 30 Uhr bis zum Mittagessen: Waldexkursion (WAA)
Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA), die permanenten Klimacamper, führen Interessierte vom Camp zum besetzten Hambacher Forst.
11 – 13 Uhr
Widerstand gegen unnütze Großprojekte in Europa, Vernetzung europäischer Widerstandsgruppen Thomas Puls, Parkschützer Stuttgart
Vom 07.07. – 11.07.12 fand in Notre Dame des Landes/Bretagne/Frankreich das zweite europäische Forum gegen unnütze Großprojekte statt. Seit einigen Jahren vernetzen sich Bürgerinitiativen und Bewegungen in mehreren europäischen Ländern um sich gegen den Kampf gegen Bahn- Hochgeschwindigkeitsstrecken, Mega-Pipelines, Großflughäfen und weitere unnütze Großprojekte in Europa zu solidarisieren, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.
In der Charta von Hendaye wurden 2010 die Gemeinsamkeiten an allen unnützen Großprojekten ausformuliert und herausgearbeitet, dabei handelt es sich immer um ökologische, sozioökonomische und menschliche Katastrophen. Alternativen werden nie berücksichtigt und die Bevölkerung übergangen, gleichzeitig findet eine gigantische Geldwäsche und Umverteilung der Mittel statt und auf die Erhaltung Naturräumen wird keine Rücksicht genommen.
Wir berichten aktuell von den Ergebnissen des zweiten Forums gegen unnütze Großprojekte in Europa.
Gorleben und der Hambacher Forst: AntiAtom und AntiKohle – zwei Seiten einer Medaille? Sven Brieger
CO2 oder Atommüll – vom Regen in die Traufe? Was ist dran an den Argumenten der Energielobby? Wie können die politischen Strategien für eine dezentrale, erneuerbare Energieversorgung aussehen? Wir wollen – nach einigen Inputs – gemeinsam Unterschiede und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Kohle- und AntiAtomBewegung diskutieren, um daraus eine Strategie für die Zukunft zu erarbeiten.
15 – 17 Uhr
Spontanes Straßen-Theater – Theater der Unterdrückten Emilio Weinberg (English, German, French or Spanish)
In diesem Workshop werden Fähigkeiten vermittelt, die Einzelnen und kleinen Gruppen („kleines“) Straßentheater ohne lange Vorbereitung ermöglichen.
Orientiert an den Konzepten von Augusto Boal ( auch “Forum-Theater” und “Verdecktes Theater”) und von Jakob L. Moreno ( Soziodrama und Psychodrama ) entwickelt der Workshop-Leiter das Konzept “Co-Creation” = Co steht für “Cooperation” und “Creation” heißt hier Gestaltung oder Schöpfung, also schöpferische/kreative Zusammenarbeit oder kooperative /gemeinsame Gestaltung – nicht der “Könner”, Lehrer, “Bestimmer” auf der einen Seite und die “SchülerInnen”…. auf der anderen Seite. Direkte aktive Umsetzung während der Klima-Camp-Zeit ist geplant.
Klimawandel und Menschenrechte Wolfgang Sterk, FIAN Deutschland e.V.
Menschenrechte sind nicht nur Meinungsfreiheit, Pressefreiheit etc., sondern auch die Rechte auf Nahrung, Wasser, Gesundheit und andere sind international vertraglich vereinbarte Menschenrechte. Der Klimawandel beeinträchtigt die Umsetzung dieser Menschenrechte schon heute und in Zukunft werden hunderte von Millionen Menschen zusätzlich unter Hunger, Wassermangel und anderen Folgen leiden. Gleichzeitig führt auch Klimaschutzpolitik wie Förderung von Agro-Kraftstoffen immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Der Vortrag wird diese Zusammenhänge detailliert beleuchten.
17.30 Uhr (außerplanmäßig)
“Shape the Future” – International Climate Justice Day on December 8th
Happening on climate camp: the participants of the international barrio invite all campers to participate in a small, creative action that will be video-taped. The video will be used afterwards to mobilize people and groups from different countries to participate in the International Climate Justice Day “Shape the Future” that will take place around the International Climate Conference (COP 18) in Qatar. The rest is a surprise! J
SAMSTAG, 11.8.2012
9.30 – 11 Uhr
Erfahrungen mit der Umsiedlung (Diskussion und Exkursion, halbtägig) (Willi Hoffmann, aus der Region)
Willi Hoffmann hat durch den Braunkohletagebau seine Heimat für immer verloren. Er lebte mit seiner Familie hartnäckig bis zuletzt in seinem Dorf, auch wenn es zum Schluss eher einer Geisterstadt ähnelte. Auch wenn er es RWE so schwer wie möglich gemacht hat, musste er letzlich umsiedeln und zusehen, wie seine Heimat zerstört wurde. Nach einer Erzähl- und Fragerunde mit Willi im Camp wird es die Möglichkeit geben, mit ihm und seinem Auto auf eine Exkursion durch die Umsiedlungsgebiete zu fahren. Wieviele Menschen zusätzlich mitfahren können, hängt von der Transportsituation ab. Wir freuen uns, wenn uns jemand für diesen Programmpunkt ein Fahrzeug zur Verfügung stellen kann!
Höhen und Tiefen einer Widerstandsbewegung am Beispiel der Bewegung gegen Stuttgart21 Thomas Puls, Parkschützer Stuttgart
Das Bahnhofsprojekt Stuttgart21 war und ist in aller Munde. Es wurde zum Synonym für Betrug, Filz, Spekulation, Bereicherung und gegen die Beteiligung von Bürgern und deren Rechten. Die Bewegung gegen Stuttgart21 wurde sehr stark und groß. Für Politiker, Baukonzerne und Finanz- und Immobilienspekulanten wurde der Widerstand zunehmend unkontrollierbar und beängstigend und sie mussten etwas gegen den Widerstand zu Stuttgart21 unternehmen.
Über uns wurde geschlichtet, gestresst, gewählt und abgestimmt. Wir werden mit juristischen, polizeilichen, parlamentarischen und journalistischen Kampagnen überflutet.Wo steht die Bewegung gegen Stuttgart21 jetzt?
Geht es nur um einen Bahnhof?
11. 30 – 13 Uhr
Klimaschädliche Investitionen der Banken Tilman Hartwig, attac Bankenwechsel-Kampagne
Banken werden nicht nur mit unseren Steuergeldern gerettet, investieren in die Produktion von Kriegswaffen und helfen bei der Steuerhinterziehung, sondern finanzieren auch klimaschädliche Investitionen. Privatbanken wie Deutsche Bank, Postbank oder Commerzbank finanzieren z.B. den Neubau von Kohlekraftwerken, geben der Atomindustrie Kredite oder unterstützen weltweit das Landgrabbing. Während es den Banken dabei um schnellen Profit geht, wollen wir hinterfragen, wie genau diese Investitionen aussehen und was wir als Bankkunden dagegen tun können. Weiter Infos zu dem Thema:www.attac.de/bankwechsel
ZUKUNFTSWERKSTATT – Widerstand im Rheinischen Braunkohlerevier Emilio Weinberg (English or German)
POLITISCHES SOZIODRAMA ist eine über das rein verbale hinausgehende “Erlebnis – Kommunikationsmethode des “Empowerment´s”, bei der z.B. “die Anti-Kohle-Bewegung” anschaulich in Szene gesetzt wird, d.h. 4-5 TeilnehmerInnen übernehmen spontan gemeinsam die Rollen der Akteure der “Anti-Kohle-Bewegung”, spielen diese Rollen “aus dem Stegreif”,spontan kommen “Gegen-Rollen” anderer Akteure ins Spiel, z.B. Vorstand von RWE oder die Anti-Atom-Bewegung…. Nach der “Rollenspiel-Phase” folgt eine gemeinsame Reflexion : Sharing / Rollenfeedback /Prozeßanalyse des gemeinsam im Soziodrama Erlebten.
15 – 17 Uhr
Tänze aus Afrika und Griechenland Franz Ridderbecks (Buirer für Buir) und Fodé Camara
Wir tanzen einfache Tänze aus Afrika und Griechenland. Die Tänze sind kraftvoll und dynamisch, beschwingt und fröhlich aber auch langsam und getragen. Wir spüren die Kraft und die Harmonie beim Tanzen im Kreis und erfahren etwas über die Hintergründe und die Bedeutung der Tänze.
Tanzerfahrung ist nicht notwendig. Anfänger sind willkommen- Wer aus dem Tritt kommt wird gehalten!

Deutsch
